Was passiert bei einer Cochlea-Implantat-Operation und welche Vorbereitungen sowie Maßnahmen sind dazu notwendig?

Was genau passiert bei einer Cochlea-Implantation, welche Voraussetzungen dafür notwendig sind, welche Vorbereitungen im Vorfeld getroffen werden müssen und was nach der Operation zu beachten ist, erfahren Sie im Folgenden:

Wenn sämtliche Untersuchungen und Beratungsgespräche zu Ihrem Hörstatus zur Entscheidung für ein Cochlea-Implantat führen, erfolgt der Weg zum (wieder) Hören in folgenden Schritten:

Notwendige Voruntersuchungen:

  • Praeoperative Standarduntersuchungen wie Lungenröntgen, Bluttest etc., die vom Internisten freigegeben werden.
  • Eine Computer-Tomographie, um die „Innenansicht“ des Hörorgans zu erhalten sowie die spezielle Prüfung der Hörnerv-Funktion sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Implantation.

Maßnahmen vor der Operation:

  • Erkältungsbegünstigende Situationen vor der OP vermeiden
  • Liste Ihrer Medikamente mit dem Arzt checken, die Sie davor eventuell regelmäßig einnehmen

Die Operation:

Nach jahrzehntelanger Weiterentwicklung der Operationstechnik ist die Operationsdauer heute wesentlich kürzer. Heute gilt dieser chirurgische Eingriff als Standard-OP und dauert durchschnittlich ein bis zwei Stunden, auch bei gleichzeitiger beidohriger Versorgung.

Bei der Implantation wird die Empfangsspule im Schädelknochen hinter dem Ohr befestigt und ein Elektrodenträger durch eine kleine Öffnung, das sogenannte Runde Fenster, in die Hörschnecke (Cochlea) eingeführt.

Nach der Operation:

  • Durch die kleine Schnittführung wird der Wundschmerz nicht lange andauern oder allzu groß sein.
  • Da sich der Eingriff nahe dem Gleichgewichtsorgan befindet, kann es in seltenen Fällen zu leichtem Schwindelgefühl kommen, eher bei älteren Patienten.
  • Nach Entlassung sollte man Folgendes beachten:
    • Eventuelle Einnahme notwendiger Medikamente (Antibiotikum, Schmerzmittel etc.)
    • Kein Haarewaschen bis zur Nahtentfernung
    • Allgemeine Schonung in den ersten Wochen nach der OP

Die Erstanpassung:

Frühestens nach der Nahtentfernung (etwa zehn Tage nach der Operation), spätestens aber ab der vierten postoperativen Woche findet die sogenannte Erstanpassung statt. Dabei erhält der Patient den äußeren Teil des Implantats, den sogenannten „Audioprozessor“, der hinter der Ohrmuschel oder als Buttonprozessor (etwas oberhalb) getragen wird. Erst durch ihn kann das System aktiviert werden. Bis zu diesem Tag ist das Ohr also nach der Operation noch taub. Der Audioprozessor wird eingeschaltet und angepasst. Ab sofort können Audiosignale an das Implantat übertragen und wahrgenommen werden. Ein großer und unvergesslicher Moment für Patient und Angehörige!

Mehr erfahren

Mehr über Cochlea-Implantate

Mehr rund um die dazu notwendige Operation finden Sie hier!

Mehr erfahren

Sie lesen gerade:

Cochlea-Implantat Operation