Über die Risiken einer Cochlea-Implantat Versorgung

Zu den möglichen Risiken im Zuge einer Cochlea-Implantation zählen die medizinischen während bzw. nach der Operation sowie die technischen, die sich beim Tragen des Systems ergeben könnten.

Risiken rund um die OP

Die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat erfordert einen operativen Eingriff. Auch wenn die HNO-chirurgische Operation nach Jahrzehnten mittlerweile zum Routine-Eingriff in diesem Fachbereich zählt und zumal in einem vergleichsweise relativ harmlosen Schädelareal vorgenommen wird, birgt sie wie jede Operation gewisse Risiken. Über diese klärt der betreuende Narkosearzt (Anästhesist) vor dem Eingriff den Patienten bzw. die Angehörigen umfassend auf.

Zu den häufigsten postoperativen Risiken zählen Schwindelgefühl oder Tinnitus in den ersten Tagen nach dem Eingriff. Sehr selten kommt es zu Irritationen der Hautwunde, die hauptsächlich auf Missachten der ärztlichen Empfehlungen zurückzuführen sind, wie etwa zu frühes Haarewaschen oder Abnehmen des Wundverbands. Daher ist dringend anzuraten, sich in der Klinik umfassend darüber zu informieren, welche Maßnahmen vor und nach der Operation notwendig sind, um Risiken zu minimieren und etwaige unangenehme Nachwehen zu vermeiden.

Implantate und bildgebende Diagnostik

Manche CI-Nutzer fürchten sich vor Einschränkungen oder gar gesundheitlichen Risiken im Zusammenhang mit bildgebenden Untersuchungen. Wenn Mediziner sich aus bestimmten Gründen ein Bild des Innenlebens eines CI-Nutzers machen müssen, dann sind diese aber bestens darauf vorbereitet:

Sämtliche bildgebende Untersuchungen können durchgeführt werden und sind grundsätzlich unbedenklich. Einzig zu beachten ist die Feldstärke des MRT-Geräts bei einer notwendigen Magnetresonanz-Untersuchung. Alle MED-EL Hörimplantate sind MRT-sicher bis 1.5 Tesla, die SYNCHRONY Implantate sogar bis 3 Tesla. Der spezielle Aufbau des Magnets beim SYNCHRONY ermöglicht das. Nähere Informationen dazu finden Sie hier: Cochlea-Implantate und MRT Untersuchung

Schmerzen beim Tragen des Audioprozessors

Da das Implantat komplett unter der Haut sitzt, ist es mit dem außen getragenen Sprachprozessor durch einen Magneten in der Sendespule verbunden. Wenn der Hautlappen an dieser Stelle sehr dick ist oder man besonders dichtes Kopfhaar hat, benötigt man in der Regel einen stärkeren Magneten, damit die Sendespule gut und sicher am Kopf hält. In seltenen Fällen kann dies zu Reizungen der Kopfhaut führen – das ist nicht gefährlich, kann aber zu unangenehmen Tragegefühl führen. Dieses Problem lässt sich jedoch stets zusammen mit dem betreuenden Techniker lösen.

Implantat-Beschädigung durch mechanische Einwirkungen

Auch wenn das Implantat fest unter der Haut im Schädelknochen verankert ist, kann es durch schwere äußere mechanische Einwirkungen, wie Stöße, Stürze oder Schläge beschädigt werden, sodass es im schlimmsten, aber Gott sei Dank sehr seltenen Fall operativ ausgetauscht werden muss. Ein schwerer Unfall lässt sich natürlich nicht immer abwenden, jedoch können willkürlich herbeigeführte Szenarien, wie manche Sportarten beispielsweise bewusst vermieden werden.

Abschließend kann man also sagen, dass die Versorgung mit einem Hörimplantat zu den HNO-medizinischen Routine-Eingriffen zählt und die Risiken als übliche im Rahmen der notwendigen Operation einzuordnen sind. Negative medizinische bzw. technische Folgen sind bei Einhaltung der ärztlichen Maßnahmen und bei korrekter Handhabung erfreulicherweise äußerst selten zu beobachten und im Falle des Falles meist zu beheben.

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