Hörgeräte oder Hörimplantate bei Down-Syndrom

Höreinschränkungen durch häufige Gehörgangs- oder Mittelohrprobleme bei Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt, verstärken die oft schon vorhandenen Kommunikationsprobleme. Hörgeräte oder -implantate, welche den Schall direkt ins Innenohr leiten, bieten Abhilfe.

Hörgeräte bei Down-Syndrom
Menschen mit Down-Syndrom haben 47 Chromosomen, statt wie üblich 46. Diese genetische Besonderheit kann sich in dreifacher Hinsicht auf die Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit auswirken: Das Hörvermögen, die Verarbeitungs- und Lerngeschwindigkeit sowie die motorische Sprachproduktion können durch die genetische Abweichung beeinträchtigt sein. Den Höreinschränkungen kann aber mit passenden Hörgeräten oder -implantaten entgegengewirkt werden.

Abhilfe gegen Höreinschränkungen

Während konventionelle Hörgeräte bei Innenohrproblemen oft hilfreich sind, eignen sich bei Schallleitungsschwerhörigkeit – wie bei Gehörgangs- und Mittelohrproblemen – besonders Hörsysteme, welche den Schall mittels Knochenleitung an das funktionsfähige Innenohr leiten. Sie werden in zwei Bauarten angeboten: Als operationsfreies Hörgerät, wie das adhäsiv haftende ADHEAR, oder als Teilimplantat wie die BONEBRIDGE, das aus einem Implantat und einem äußerlich getragenen Audioprozessor besteht.

Moderne Bauformen passender Hörgeräte und Hörimplantate

Ältere Bauformen von Knochenleitungsgeräten werden mittels Anpressdrucks gehalten und daher oft als unangenehm empfunden. Moderne, adhäsiv haftende Systeme sind hingegen komfortabel zu tragen. Die selbsthaftenden Pads können mehrere Tage an Ort und Stelle verbleiben, auch wenn die Geräte selbst in der Nacht oder beim Duschen abgenommen werden. Das gewährleistet konstante Klangempfindungen.
Knochenleitungsimplantate geben den Schall direkt an die Knochenstruktur des Kopfes und umgehen so die Filterwirkung der Haut. Bei der BONEBRIDGE ist die Haut über dem Implantat geschlossen, der Audioprozessor hält über Magnetkraft direkt über dem Implantat.

Frühe Intervention wichtig bei Down-Syndrom und Hörverlust

Auch wenn wir bis ins hohe Alter neue Wörter lernen können, wird die Basis für Sprache in den ersten Lebensjahren erworben. Diese Entwicklung kann später kaum nachgeholt werden.
Kinder mit angeborenen Hörbeeinträchtigungen haben hier deutliche Nachteile; auch längere oder wiederholte Höreinschränkungen in Folge von etwaigen Entzündungen können sich nachteilig auf diesen Vorgang auswirken. Deswegen sollte notwendigen Hörhilfen so früh wie möglich angeboten werden: Jedem Kind – besonders aber, wenn Merk- und Lernfähigkeiten herabgesetzt sind.

Hören und Kommunikation mit Hörgerät oder Hörimplantat üben

Zusätzliches Hörtraining hilft, aufgetretene Verzögerung bei der Entwicklung von Sprache und Kommunikation aufzuholen, sowie die Entwicklung kognitiver und psychosozialer Fähigkeiten, die vom Hören beeinflusst werden. Informations- und Übungsmaterial unterstütz die Eltern betroffener Kinder, diese Lücke bestmöglich zu schließen.

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