Was genau ist ein Cochlea-Implantat und wie unterscheidet es sich vom Hörgerät?

Millionen Menschen weltweit sind von Hörverlust betroffen. Für die meisten, die sich für eine technische Versorgung entschließen, ist das allseits bekannte konventionelle Hörgerät, das für unterschiedliche Schweregrade zur Verfügung steht, ausreichend. Doch wenn der Hörverlust einen bestimmten Grad des Hörverlusts übersteigt, tritt das Cochlea-Implantat (CI) auf den Plan.

Ein Cochlea-Implantat (CI) ist ein elektromedizinisches Gerät, das die Funktionen des Innenohrs übernimmt und somit bei sehr starker Höreinschränkung zum Einsatz kommt. Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen und ein CI in der Folge vorgeschlagen wird, hat das folgenden Grund: ein Hörgerät arbeitet anders als ein Cochlea-Implantat-System.

Während Hörgeräte im Prinzip den ankommenden Schall lediglich verstärken, stimulieren Cochlea-Implantate den Hörnerv direkt elektrisch. Was bedeutet das genau?

Moderne Hörgeräte gibt es in den verschiedensten Bauformen und Ausführungen. Die richtige Wahl hängt ab von den individuellen Bedürfnissen wie Grad der Hörminderung, Anatomie der Ohren sowie kosmetischen Gründen.
Hörgeräte nehmen den ankommenden Schall auf, verarbeiten ihn und geben ihn verstärkt in den Gehörgang ab. Das heißt konkret: das Mikrofon nimmt den Schall auf und gibt ihn an den am oder im Ohr getragenen Prozessor ab. Dieser verstärkt diese Signale, wandelt sie in elektrische Signale um und filtert Störgeräusche heraus. Der Lautsprecher empfängt die relevanten Signale und wandelt sie wiederum in akustische um. So werden sie in den Gehörgang letztlich abgegeben.
Sind bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder gar Taubheit die Haarsinneszellen zu schwer geschädigt, dass der Schall im Innenohr gar nicht mehr in bioelektrische Signale umgewandelt werden kann, hilft auch die Verstärkung des Hörgerätes nicht mehr.

Cochlea-Implantate hingegen sind nicht auf die Umwandlung des Schalls durch das Innenohr angewiesen. Sie umgehen im Unterschied zum Hörgerät die beschädigten Haarsinnenzellen und stimulieren elektrisch den Hörnerv direkt.
Das bedeutet konkret: Ein Cochlea-Implantat umgeht diese defekten Haarzellen und sendet die Schallinformationen in Form von kodierten elektrischen Impulsen an den Hörnerv bzw. das Gehirn, wo sie als akustische Ereignisse interpretiert werden. Da das Gehirn diese Informationen innerhalb sehr kurzer Zeit empfängt und verarbeitet, werden sie praktisch im Moment ihres Entstehens wahrgenommen. Kurz gesagt ersetzt ein Cochlea-Implantat den Hörsinn.
Das Cochlea-Implantat (CI) besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen:

  • dem äußeren Teil, dem Audioprozessor mit Sendespule
  • dem inneren Teil, dem Implantat mit dem Elektrodenträger

Der Audioprozessor nimmt die Schallinformationen auf und sendet sie über die Sendespule, die mittels Magnets mit dem Implantat verbunden ist, an das Implantat. Dieses sitzt hinter dem Ohr unter der Haut und leitet das Pulsmuster an den Elektrodenträger weiter, der direkt in die Cochlea (Hörschnecke) eingeführt ist. Der Hörnerv empfängt diese elektrischen Impulse, die er an das Hörzentrum im Gehirn leitet. Das Gehirn nimmt diese Signale als Klänge wahr.

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