Wie Hörverlust & Morbus Menière zusammenhängen
Die Menière-Erkrankung beeinträchtigt Gleichgewicht und Hörvermögen. Wie die Erkrankung entsteht und was dagegen hilft.

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Morbus Menière ist seit über 160 Jahren als syndromale Erkrankung bekannt. Ursache für die mannigfaltigen Symptome ist wahrscheinlich ein gestörtes Gleichgewicht der körpereigenen Flüssigkeit Endolymphe im Innenohr. Deswegen wird Morbus Menière auch auf Griechisch als Idiopathischer Endolymphhydrops beschrieben.
Die Symptome – vor allem Drehschwindel und Übelkeit, sowie Hörverlust und Ohrgeräusche (Tinnitus) – beeinträchtigen die Lebensqualität wesentlich. Sie treten anfallsartig auf, erstmals oft im Alter von 40 bis 60 Jahren. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Warum wirkt sich Morbus Menière auf gleich zwei Sinne aus?
Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohrs. Das besteht im Wesentlichen aus zwei Funktionseinheiten:
- Hörschnecke, lateinisch: Cochlea
- Gleichgewichtsorgan, auch: Vestibularapparat
Die Cochlea besteht aus einem knöchernen Gang, der sich schneckenförmig um seine Achse windet. Er ist in seiner gesamten Länge in drei flüssigkeitsgefüllte Schläuche unterteilt: Der mittig liegende Schneckengang (Ductus cochlearis) ist mit der sogenannten Endolymphe gefüllt, Paukentreppe und Vorhoftreppe mit Perilymphe. Endolymphe ist kaliumhaltiger als Perilymphe und bewegt sich im Rhythmus der Schallwellen. Dabei regt sie feine Härchen im Schneckengang an: Wir hören.
Der Vestibularapparat liegt neben der Hörschnecke und besteht aus drei bogenförmigen Röhren (Bogengänge) und den Otolithenorganen (Utriculus und Sacculus). Die Bogengänge stehen zueinander jeweils senkrecht und ermöglichen uns, Drehbewegungen wahrzunehmen. Die Otolithenorgane erfassen lineare Beschleunigung und die Position des Kopfes relativ zur Schwerkraft. Auch sie sind mit Endolymphe gefüllt, die den Kopfbewegungen folgt und die Sinneshaarzellen im Gleichgewichtsorgan stimuliert.
Wie verläuft eine Menière-Erkrankung?
Bei der Menière-Erkrankung führen wahrscheinlich Druckveränderungen der Endolymphe zu einer vorübergehenden Undichte der Membran, welche Perilymphe und Endolymphe voneinander trennen sollte. Die beiden vermischen sich kurzfristig und verursachen dabei die typischen Menière-Symptome.
Morbus Menière beginnt meist auf nur einem Ohr. Bis zu knapp der Hälfte aller Betroffenen erkrankt langfristig gesehen auch am zweiten Ohr. Die Symptome kommen anfallsartig: Typisch sind sechs bis elf Anfälle pro Jahr, im Einzelfall kann das aber deutlich abweichen. Während Höreinschränkungen und Tinnitus sich im Krankheitsverlauf oft verstärken, werden die Schwindelanfälle meist leichter und seltener.
Was hilft gegen Hörverlust & Morbus Menière?
Zurzeit ist die Menière-Erkrankung noch nicht heilbar, doch eine stufenweise Therapie (Diät, Pharmazeutika, operative Maßnahmen) kann die jeweiligen Symptome lindern und die Häufigkeit der Anfälle reduzieren. Das schenkt Betroffenen ein hohes Maß an Lebensqualität zurück.
Bringt die Erkrankung Höreinschränkungen mit sich, sind auch entsprechende Hörhilfen sinnvoll. Betroffene mit hochgradigem Hörverlust können mit Cochlea-Implantat auch am Menière-betroffenen Ohr wieder gut hören. Studiendaten zeigen, dass mit dem Implantat aber auch weitere Symptome gelindert werden. Mehr darüber, wie Cochlea-Implantate Menière-Betroffenen helfen, im Beitrag „Cochlea-Implantate helfen bei Morbus Menière.“

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