Therapie

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Therapie

Alles zur optimalen therapeutischen Begleitung

Die Verschlechterung Ihres Gehörs – ob krankheits- oder altersbedingt – hat in jedem Fall negative Auswirkungen auf Ihre Lebensqualität. Da die Versorgung mit technischen Hörhilfen heutzutage durch innovative Hightech-Unternehmen möglich ist, müssen Sie sich nicht mit Ihrer Beeinträchtigung abfinden.
Doch abgesehen von der optimalen technischen Versorgung, ob Hörgerät oder Hörimplantat-System, sollten Sie umgehend mit einer passenden Begleittherapie beginnen, damit Sie beste Hörergebnisse erzielen können!
Im Folgenden finden Sie wichtige Tipps für Ihre optimale therapeutische Begleitung!

Inhaltsverzeichnis

Erstversorgung mit technischen Hilfsmitteln

Ob ein konventionelles Hörgerät genügt oder letztendlich eine Cochlea-Implantation im Raum steht, entscheidet der Grad Ihrer Hörstörung. Dieser wird vom medizinischen Fachpersonal in der Klinik Ihrer Wahl durch spezielle Verfahren festgestellt, danach werden alle Möglichkeiten mit Ihnen abgewogen.

Therapiemöglichkeiten

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“
Ludwig Wittgenstein

Logopädische Betreuung sowie diverse weitere Therapiemaßnahmen sind sowohl vor als auch nach einer Versorgung mit einem Hörsystem anzuraten.

Logopädische Therapie

Jegliche Einschränkung des Hörvermögens reduziert die Möglichkeit der Kommunikation enorm. Menschen mit einer Hörminderung sollten daher neben einer guten und rechtzeitigen Hörversorgung ebenfalls eine logopädische Therapie vor allem in der ersten Zeit in Anspruch nehmen, um sich so rasch wie möglich an das neue oder Wieder Hören zu gewöhnen.

Das wichtigste Ziel einer logopädischen Therapie ist das Ermöglichen von Kommunikation, sodass Ihre Lebensqualität nicht länger unter der Hörminderung leiden muss. Die therapeutische Arbeit beinhaltet daher: Absehtraining, Hörtraining und Kommunikationsstrategien.

Außerdem ist der Logopäde oder die Logopädin gerade in der Anfangsphase auch ein wichtiger Drehangelpunkt in der Kommunikation mit den Experten aus den anderen relevanten Fachbereichen.

Tipp: Nehmen Sie zu den ersten Terminen Begleitung mit! Ein Partner, Freund oder Angehöriger kann gerade in der Anfangsphase eine große Stütze sein und bietet Sicherheit in dieser für Sie vielleicht aufregenden Situation.

In ganz Österreich wird logopädische Therapie mit Schwerpunkt Schwerhörigkeit angeboten:
https://www.logopaedieaustria.at/

Rehabilitationsmöglichkeiten

Unter Rücksichtnahme eventuell zusätzlicher krankheitsbedingter Einschränkungen gibt es eine Reihe an Reha-Maßnahmen, die Sie in Anspruch nehmen können, um ein bestmögliches Ergebnis mit Ihrem Hörsystem zu erzielen.

Ambulante Rehabilitation

Österreichweit gibt es ein vielfältiges Angebot an ambulanten Reha-Maßnahmen. Je nach Geschmack und Charakter kann man aus dem Angebot wählen:

Gruppentherapie:
Einige der REHA-Programme in ambulanter Form finden in Gruppentherapien statt. Für manche Menschen ist der Kontakt zu anderen Betroffenen wichtig, daher stellt diese Form der Therapie vielleicht auch für Sie eine angenehme Symbiose dar, Rehabilitation mit Austausch zu verbinden.

Musiktherapie:
Musiktherapie ist eine kreativitäts- und ausdrucksorientierte Therapiemethode, die unterschiedliche Formen und Techniken beinhaltet. Ihnen gemein ist der gezielte Einsatz musikalischer Mittel in einer therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit. Zum Einsatz kommt sie schon lange, zur Rehabilitation Hörimplantierter wird sie erst seit ein paar Jahren genutzt.

Hier einige Institutionen, die Musiktherapie anbieten:

Trainingsprogramme für zuhause

„Wichtig ist, dass zu Hause geübt wird.“
Nicole Trimmel, Logopädin ZENTRUM HÖREN

Das Üben zu Hause, im Idealfall mit dem Partner oder der Familie, ist enorm wichtig für den optimalen Erfolg mit Ihrem neuen Hörimplantat-System. Der Implantat-Experte MED-EL bietet eine Reihe von Rehabilitations-Materialien, die Sie bequem zuhause anwenden können. Hier finden Sie Broschüren und Audiodateien, die Sie entweder downloaden oder sich zuschicken lassen können: Rehabilitation Downloads

Hörtraining für zu Hause

Elisabeth ist beidseitige Implantat-Trägerin und weiß, dass der Weg zum idealen Hörerfolg viel Training erfordert. Hier teilt sie ihre Lieblings-Hörübungen, Tipps und Tricks für den Alltag und verrät Ideen, wie Sie Ihr Gehör immer weiter verbessern können.

Zu den Videos

Hörbücher

„Wie Studien und die Erfahrung zeigen, können bei reinen Hörbüchern Betroffene das Sprachverstehen und die Hörfähigkeit verbessern, indem sie parallel zum gehörten Buch im gedruckten Buch mitlesen!“
Alexander Guano, Hörbücherei des Blindenverbands

Hörbücher können nicht nur Langeweile vertreiben, sie sind auch als Ergänzung zum Hörtraining bestens geeignet. Sie sind ein gutes Mittel in der Reha von CI- und Hörgeräteträgern, da sie die Freude am Hören wecken und dazu ermutigen, selbständig zu üben.

Wenn man Hörbücher für Übungszwecke einsetzen möchte, sollte ein auditives Sprachverstehen auf Satzebene schon möglich sein. Die Sprachqualität der Aufnahme ist ausschlaggebend und zu Beginn dieser Übung sollten auch Hörbücher mit langsamem Sprachtempo und wenig Sprecherwechsel gewählt werden. Ganz wichtig ist auch die gedruckte Form, damit man das Gehörte stets mitlesen kann. Daher sollte man unbedingt ein Werk wählen, das es als Hörbuch in ungekürzter Version gibt. Später ist es durchaus empfehlenswert, das Hörbuch ohne Mitlesen zu hören, dazu gehört aber auch entsprechende Übung.

Verlage wie der HörGut Verlag, Bertz & Fischer sowie Audible bieten ein großes Sortiment an Hörbüchern in guter Qualität.
Hier finden Sie Geschäfte sowie Websites, die sich auf qualitativ hochwertige Hörbücher spezialisiert haben:

 

Stationäre Rehabilitation

In Österreich gibt es leider keine Möglichkeit zur stationären Rehabilitation nach einer erfolgten Cochlea-Implantation. In Deutschland bieten die MEDIAN Kaiserberg-Klinik Bad Nauheim und die Helios Kliniken Bad Grönenbach stationäre Rehabilitation an. Die Kosten für die Rehabilitation in Deutschland werden von der österreichischen Sozialversicherung teilweise getragen. Bitte erkundigen Sie sich über die Kostenübernahme direkt bei Ihrem Sozialversicherungsträger.

Unterstützung durch Psychotherapie

„Der Mensch braucht den Gegensatz zwischen Schall und Stille, um seelisch gesund zu bleiben. Das ist vergleichbar mit dem Wechsel zwischen Ein- und Ausatmung.“
Prof. Dr. Volker Faust, Neurologe, Universität Ulm

Auch wenn sich der Leidensdruck einer zutage tretenden Schwerhörigkeit durch die heutigen technischen Möglichkeiten in Grenzen hält, machen sich die Folgen eines eventuell über Jahre fortschreitenden Krankheitsverlaufs unter Umständen dennoch bemerkbar. Eine im Laufe des Lebens erworbene Hörstörung bedeutet einen „Knick in der Lebensline“. Man hat, gerade wenn man in der Ausbildung oder im Beruf steht, also mitten im Leben, das Gefühl des Verlusts von Erlebnis- und Leistungsmöglichkeiten. Besonders schmerzlich ist die Differenz zwischen früherer Normalität und dem plötzlichen Gefühl des Ausgeschlossenseins aus der Welt der Hörenden. Einsamkeit, psychosoziale Probleme, Unsicherheit etc. sind klassische Begleiterscheinungen und können zu seelischen Verstimmungen, sogar bis hin zu ernsthaften Depressionen führen.

Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, ist heute kein Stigma mehr. Im Gegenteil, einfühlsame und erfahrene Gesprächspartner können gerade in der Anfangsphase ideale Begleiter auf Ihrem Weg zum (wieder) Hören sein. In Österreich bieten mittlerweile einige Experten Therapiesitzungen an, die sich auf das Thema Hörbeeinträchtigung spezialisiert haben bzw. Erfahrung im Umgang damit aufweisen können.

Kontakte

Persönlicher Kontakt zu Betroffenen

Die Möglichkeit, mit anderen Nutzern direkt in Kontakt zu treten, ist gerade am Anfang dieser besonderen Reise auf dem Weg zum (wieder) Hören wichtig für Betroffene. Hier finden Sie persönliche Kontakte, die sich gerne für unsere Website als Berater und zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung gestellt haben – denn Hören verbindet!

Technische Hörversorgung

Akustiker
In Österreich gibt eine Vielzahl an Hörgeräteakustikern. Ob Sie sich für eine der bekannten Ketten oder ein Einzelunternehmen entscheiden, wichtig ist, dass Sie Vertrauen in das dortige Fachpersonal haben und sich optimal beraten fühlen.

Hörimplantat-Hersteller
Der Hörimplantate-Hersteller MED-EL ist ein österreichisches Familienunternehmen mit Stammsitz in Innsbruck/Tirol. In Wien gibt es eine Niederlassung im 9. Bezirk mit dem Servicezentrum ZENTRUM HÖREN, das Menschen mit Hörbeeinträchtigung und Hörverlust sowie Nutzern von Hörimplantat-Systemen österreichweit umfassende Beratung und Betreuung bietet.

Zentrum Hören

Therapie

Logopädie
Ob Vertrags-, Wahl- oder Privatlogopäde – hier finden Sie Wissenswertes zum Berufsbild sowie eine Suchfunktion nach dem Logopäden/der Logopädin Ihrer Wahl:

Ambulante Rehabilitation

Möglichkeiten der Rehabilitation in ambulanter Form gibt es zahlreich und in unterschiedliche Richtungen:

Weitere Therapieformen

Hörbücher sind eine wunderbare Möglichkeit, Ihr neues Hören zu trainieren und gleichzeitig mit Literaturgenuss zu verbinden.
Hier finden Sie Geschäfte sowie Websites, die sich auf qualitativ hochwertige Hörbücher spezialisiert haben:

Hier ein Überblick zum breitgefächerten Übungsangebot vom Hörimplantate-Hersteller MED-EL, das Sie downloaden oder direkt über den Webshop des ZENTRUM HÖREN beziehen können:

Psychotherapie
Hier finden Sie eine Liste an Experten, denen das Thema Hörbeeinträchtigung vertraut ist bzw. durch spezifische Sprachkompetenzen für Personen mit Migrationshintergrundeine eine weitere Stütze bieten:

Wien:

Salzburg:

Tirol:

Psychotherapie auf Krankenschein: